Hauptinhalt

Seit 1996 war Dr. Hermann Huba Direktor des Volkshochschulverbandes Baden-Württemberg. Der promovierte Jurist, der gerne betonte, kein Pädagoge zu sein, war ein hochgeschätztes Mitglied der Volkshochschul-Familie, auf Landes- wie auf Bundesebene.

Er führte die Geschäfte des Verbandes mit 168 Volkshochschulen und rund 650 Außenstellen und prägte in den mehr als 20 Jahren seiner Amtszeit den Verband und die Volkshochschulen.
Dr. Hermann Huba trug maßgeblich zur Professionalisierung und Weiterentwicklung der Volkshochschulen bei sowie zu ihrer Wahrnehmung in der Politik und in der Öffentlichkeit. „Dr. Huba war ein starker Repräsentant für die Volkshochschulen, immer überzeugt von den Dienstleistungen, die die Volkshochschulen für unsere Gesellschaft erbringen“, so OBM Fritz Kuhn, Vorsitzender des Volkshochschulverbandes.

In die Amtszeit von Dr. Hermann Huba fallen bedeutende Meilensteine der Verbandsentwicklung: Seiner intensiven beratenden Zuarbeit der Enquête-Kommission des Landtags „Fit fürs Leben in der Wissensgesellschaft“ in den Jahren 2009/10 ist es zu verdanken, dass die die Volkshochschulen seitdem als wichtige Akteurinnen der öffentlichen Weiterbildung wahrgenommen werden und legte den Grundstein für die Umsetzung zentraler Anliegen des Verbandes wie etwa die Steigerung der Weiterbildungsbeteiligung. Anschließend wirkte er aktiv im Bündnis für Lebenslanges Lernen mit. Die Vereinbarungen zur Weiterbildung, die 2015 („Weiterbildungspakt Baden-Württemberg“) und 2020 („GEMEINSAM.FÜR.WEITERBILDUNG“) von den Bündnispartnern unterzeichnet wurde, tragen auch seine Handschrift. Beharrlich setzte er sich auch für eine bessere finanzielle Unterstützung der Volkshochschulen durch das Land ein. 2019 gelang es Dr. Huba, das langjährige Ziel des Verbandes zu erreichen: Das Land erhöhte seine Förderung der allgemeinen Weiterbildung auf das Niveau des Bundesdurchschnitts.

Zur Professionalisierung und Weiterentwicklung der Volkshochschulen entstand unter der Federführung von Dr. Huba in den Verbandsgremien 2012 der Entwicklungsplan „vhs 2022“, der die Zukunftsfähigkeit der Volkshochschulen auf drei Ebenen deutlich erweitert: Volkshochschulen verpflichten sich zu einem systematischen Qualitätsmanagement, sie bilden regionale Verbundstrukturen zur Sicherstellung eines flächendeckenden, umfassenden Weiterbildungsangebots und die Professionalität der Leitung schafft im Hinblick auf die Qualität der Arbeit klare Verantwortlichkeiten. Der Volkshochschulverband Baden-Württemberg wird dadurch zu einem Qualitätsverbund der Volkshochschulen – als erster in Deutschland.

Dr. Hermann Huba erdachte die Initiativen „vhs der Zukunft“ und „vhs agil und analogital“, mit denen die Geschäftsstelle die Volkshochschulen bei der Professionalisierung und Weiterentwicklung ihrer Arbeit unterstützt. Er forcierte die zukunftsfähige Ausrichtung der Volkshochschularbeit in Themenbereichen wie der programmbereichsübergreifenden Zusammenarbeit, der Zielgruppenansprache, der aufsuchenden Bildungsarbeit, Integration und Grundbildung sowie der Digitalisierung und Flexibilisierung der vhs-Angebote. 

Zum 100-jährigen Jubiläum der Volkshochschulen entwickelte Dr. Hermann Huba 2019 (s)eine Theorie der Volkshochschule als Schule der Veränderungsfähigkeit und Veränderungsbereitschaft. Zuletzt war  Dr. Hermann Huba als Krisenmanager gefragt und erwies sich für die Volkshochschulen als unverzichtbarer Ratgeber in der Corona-Pandemie, der sie bis zu seiner Erkrankung im August 2020 politisch, fachlich und finanziell durch die Krise führte. Am 17. Dezember 2020 ist Dr. Hermann Huba nach schwerer Krankheit verstorben.

Die Sontheimer Volkshochschule trauert mit dem Volkshochschulverband Baden-Württemberg, dem Vorstand, den Mitgliedsvolkshochschulen und der Verbandsgeschäftsstelle. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.