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Nachdem sich die Vogelgrippe europaweit weiter ausbreitet, hat das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz am Donnerstag (17.11.2016) die Aufstallpflicht für Geflügel auf ganz Baden-Württemberg ausgeweitet. Obwohl im Landkreis Heidenheim noch keine Fälle von Vogelgrippe aufgetreten sind, gilt es, vorbereitende Maßnahmen zu treffen. Mit Allgemeinverfügung des Landratsamtes Heidenheim vom 18.11.2016 wurde für alle privaten und gewerblichen Tierhalter, die Geflügel im Sinne des § 1 Abs. 2 Nr. 2 der Geflügelpestverordnung im Gebiet des Landkreises Heidenheim halten, eine Aufstallung des Geflügels sowie die Einhaltung von Biosicherheitsmaßnahmen zu präventiven Zwecken angeordnet. Damit gilt auch in der Gemeinde Sontheim an der Brenz die Stallpflicht für Geflügel.

Die entsprechende Allgemeinverfügung des Landratsamtes Heidenheim finden Sie pdfhier.

Zudem hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft eine Eilverordnung erlassen, mit der auch kleine Betriebe verpflichtet werden, Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor der Geflügelpest zu treffen. Die Verordnung tritt am Montag, 21. November, in Kraft und ergänzt die bestehende Geflügelpestverordnung.

Nachdem der Erreger zunächst in Wildvögeln nachgewiesen worden war, sind seit dem 11. November auch Nutztiere betroffen. Bislang hat das Friedrich-Loeffler-Institut den Ausbruch der Geflügelpest in vier Betrieben bestätigt:
• 17. November: Hausgeflügelhaltung (Mecklenburg-Vorpommern)
• 12. November: geschlossene Geflügelhaltung mit 30.000 Tieren (Schleswig-Holstein)
• 12. November: Hausgeflügelhaltung mit 58 Tieren (Mecklenburg-Vorpommern)
• 11. November: Hobbygeflügelhaltung (Schleswig-Holstein)
Mittlerweile sind Verdachtsfälle aus Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen bestätigt. Nach Informationen des FLI handelt es sich um den gleichen Erregertyp, der bereits bei Hausgeflügel in Ungarn sowie bei Wildvögeln in Ungarn, Kroatien, Polen, der Schweiz, Österreich und Dänemark nachgewiesen worden war. In den Niederlanden ist ein Verdacht bei einer Ente bestätigt worden, die in einem Zoo gehalten wurde.

Für den Fall, dass Wildvögel tot aufgefunden werden, steht während der Dienstzeiten der Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz beim Landratsamt unter Tel. 07321/321-2605 zur Verfügung. Am Wochenende ist der Bereitschaftsdienst unter Tel. 0151/2258361 erreichbar. Weitere Informationen finden Sie auch auf dem aktuellen Merkblatt des Landratsamtes Heidenheim.

 

Historisches KaufhausZwei Tage lang war Freiburg Zentrum der deutschen Schlösserwelt, denn am 9. und 10. November 2016 hielt der Verein „Schlösser Burgen Gärten Baden-Württemberg“ im Historischen Kaufhaus seine Mitgliederversammlung und Jahrestagung. Unter anderem diskutierten Gäste aus Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz die Frage, ob bürgerschaftliches Engagement in den Sehenswürdigkeiten möglich und sinnvoll ist.

Lädt der 2011 gegründete Verein „Schlösser Burgen Gärten Baden-Württemberg“ seine Mitglieder ein, kann er immer mit einem wunderschönen Ambiente aufwarten, befinden sich die Tagungsstätten doch allesamt in reizvollen alten Monumenten. So war es auch in diesem Jahr, als Mitgliederversammlung und Jahrestagung im Historischen Kaufhaus abhalten wurden, das über die „Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH“ Mitglied im Verein ist.

Sechs Millionen Besucher im Jahr
Im Kaminzimmer der ehemaligen Zoll- und Lagerstätte trafen sich am Nachmittag des 9. November zahlreiche Teilnehmer aus ganz Baden-Württemberg zur Mitgliederversammlung. Drei Impulsvorträge stimmten auf die Sitzung ein: Dr. Matthias Wagner, Leiter von Kloster Bronnbach und Schatzmeister, referierte am Beispiel seines Klosters über die Vermarktungsstrategie für eine historische Gartenanlage. Michael Hörrmann, Vorsitzender des Vereins und Geschäftsführer der staatlichen Schlösser und Gärten des Landes, zeigte anhand einer aktuellen Besucherumfrage Wünsche, Motivationen und Erwartungen der Besucher auf. Und Patrick Siben, Kapellmeister der „Stuttgarter Saloniker“, sprach über erfolgreiche Konzepte für publikumswirksame Konzerte in Schlössern, Burgen und Gärten.

Chancen und Risiken
Am Donnerstag wurde schon früh zu einem prallen Vortragsprogramm ins Historische Kaufhaus gerufen. Nun war man nicht mehr unter sich, Gäste aus ganz Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz waren angereist, um sich mit dem Für und Wider von bürgerschaftlichem Engagement in den Sehenswürdigkeiten auseinanderzusetzen.

Die Referentinnen und Referenten, die Jacqueline Maltzahn-Redling, Gründungsmitglied des Vereins, hatte gewinnen können, beleuchteten kompetent und kurzweilig das Thema von verschiedensten Seiten. Marion Deiß vom baden-württembergischen Ministerium für Soziales und Integration belegte mit Zahlen die große Bedeutung des Ehrenamts für die Organisation der Gesellschaft. Martin Hofman von der Gemeinde Sontheim an der Brenz zeigte am Beispiel von Schloss Brenz, wie die Arbeit mit Ehrenamtlichen aussehen kann; Dr. Elke Koch demonstrierte dies am Beispiel des Landesarchivs in Ludwigsburg, Jacqueline Maltzahn-Redling anhand von Schloss Neuenbürg und Elke Ungeheuer anhand des Freilichtmuseums Hessenpark. Die Hamburger Professorin Dr. Gesa Birnkraut sprach darüber, wie Ehrenamt attraktiv gestaltet werden kann. Einblick in die holländische und Schweizer Situation gaben René W. Chr. Dessing, Direktor der Stiftung „Schlösser, Landsitze und Landgüter, Heemstede/Holland“, sowie Eva Grädel, Leiterin des „Freiwilligenprogramms Schloss Lenzburg, Museum Schlösser Aargau“. Versicherungsfragen wurden von Ralf Krepper, Abteilungsdirektor der BGV Karlsruhe angegangen, und Gerhard Rieger von der Stabsstelle Bürgerschaftliches Engagement der Stadt Freiburg stellte das Projekt „SoNaTe“ („Soziale Nachbarschaft und Technik“) vor, das durch moderne Informations- und Kommunikationstechnik bürgerschaftliches Engagement unterstützen und fördern will. Am Ende legte die Stuttgarter Kulturmanagerin Franziska Götz die Ergebnisse ihrer Masterarbeit zum Ehrenamt im Museum dar – eine Präsentation, die zu einer Zusammenfassung der Tagungsergebnisse wurde.
Die Tagungsteilnehmer verließen am Abend bestens informiert und bereichert um neue Ideen und neues Wissen das Historische Kaufhaus. Ihnen war deutlich geworden, dass bürgerschaftliches Engagement große Chancen, aber auch Risiken birgt, Letzteres vor allem da, wo es an hauptberufliche Beschäftigungsverhältnisse grenzt. Dass das Tagungsthema auch eine aktuelle gesellschaftspolitische Dimension besitzt, gehörte ebenfalls zu den Erkenntnissen. So hatte Prof. Dr. Hartmut Dorgerloh, Vorsitzender des Vereins „Schlösser und Gärten in Deutschland“ und Generaldirektor der „Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg“, schon in seinem Grußwort festgestellt, „dass durch die Einbeziehung von Freiwilligen gesellschaftliche Gräben überbrückt und Menschen mitgenommen werden können, dass dem Auseinandertriften der Gesellschaft entgegengewirkt werden kann.“

fahnenaktionAm 25. November 2016 wehen wieder die Fahnen als Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Auch im Landkreis Heidenheim werden vor vielen Rathäusern, dem Landratsamt und anderen öffentlichen Einrichtungen Fahnen gehisst. Wie in den vergangenen Jahren beteiligt sich auch die Gemeinde Sontheim an der Brenz an dieser Aktion.

Terre des Femmes will mit dieser Fahnenaktion ein weithin sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen und der Frauen gedenken, die ihr zum Opfer fielen. Den Schwerpunkt der diesjährigen Aktionen bildet das Thema „Tür auf! Schutzräume für alle gewaltbetroffenen Frauen“. Schläge vom Ehemann, Grapscher in der U-Bahn oder im Bus, Vergewaltigung – geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen gehört auch in Deutschland zur Lebensrealität vieler Frauen. Laut einer Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend werden in unserem Land mehr als die Hälfte aller Frauen mindestens einmal in ihrem Leben sexuell belästigt. Jede vierte Frau hat in ihrem Leben mindestens einmal Gewalt durch ihren Partner erfahren. Besonders gefährdet sind Frauen mit Beeinträchtigungen oder in unsicheren Lebenssituationen. Für sie alle muss es sichere Schutzräume geben – unabhängig von ihrem Einkommen, ihrem Aufenthaltsstatus, ihren Beeinträchtigungen oder ihren Sprachkenntnissen.

In Deutschland gibt es 400 Frauenhäuser und Zufluchtswohnungen für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder, doch das sind immer noch zu wenige und diese sind nicht ausreichend finanziert. So können häufig nicht alle Frauen, die einen Platz suchen, aufgenommen werden. Viele der Häuser sind zum Beispiel auch nicht barrierefrei, es fehlt an genügend spezialisiertem Personal oder schlicht und einfach an der Kostenübernahme. Tausende schutzsuchende Frauen müssen jährlich abgewiesen werden.

Terre des Femmes setzt sich daher für alle Frauen, die in Deutschland von Gewalt betroffen sind, ein und fordert kostenlose sowie ausreichende Schutzräume und angemessene Unterstützung.
Weitere Informationen bei der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Heidenheim, Susanne Dandl, Tel. 07321/321-2559, oder unter www.frauenrechte.de.

Buch UlmheimlichAm 10. November 2016 liest Werner Färber in der Ortsbücherei Sontheim aus seinen Krimi „Wer mordet schon in Ulm, um Ulm und um Ulm herum?“.

ULMHEIMLICH! In Ulm, um Ulm und um Ulm herum herrscht unheimliche Stimmung – ob Mord aus Notwehr, Psychose, Neurose oder gar Lust am Töten, keiner ist mehr sicher! Ist die fitte Oma Mendle Opfer oder Täterin? Was findet der Hund von Carmen im Haus ihres Vaters? Flammt die alte Liebe zwischen Polizeiobermeister Joachim Wagner und Hannelore wieder auf oder wird sie durch einen grausigen Fund im Keim erstickt? Ulm hat doch mehr dunkle Seiten als man meinen könnte.
Elf mysteriöse Geschichten in und um Ulm. Die unterschiedlichsten Personen kommen zu Tode oder werden zu Tätern.
Unterhaltsame Freizeittipps retten den Leser aus der mitreißenden Spannung und zeigen die schönen Seiten Ulms.
Zu jeder Geschichte ein fieses Gedicht!

Die Lesung findet am 10. November in der Ortsbücherei Sontheim um 19.00 Uhr statt.

Eintritt: 5,00 €

Bau GemeindehalleAuf den heutigen Tag genau vor 50 Jahren wurde am 1. Oktober 1966 die Sontheimer Gemeindehalle eingeweiht. Bis heute ist sie in der Brenztalgemeinde ein kultureller Mittelpunkt geblieben.

Turn- und Versammlungshalle erwünscht
Die Vorgeschichte der Sontheimer Gemeindehalle reicht zurück bis zum Ende der 40er Jahre des letzten Jahrhunderts. Am 20. November 1949 wenden sich die Vorsitzenden von fünf örtlichen Vereinen an den damaligen Bürgermeister Jakob Häfele. Sängereintracht, Fußballverein, Musikverein, Radfahrverein und Schachklub sind sich einig: Sontheim braucht eine Sport- und Festhalle. Die vorhandenen Säle in den Wirtshäusern seien für größere Veranstaltungen zu klein. Zudem müsse in einer Gemeinde von der Größe Sontheims das möglich sein, was „an anderen wesentlich kleineren Plätzen schon in bester Weise gelöst“ worden sei – ein Argument, das bei einem Blick hinüber in das benachbarte Brenz Bestätigung findet. Dort verfügt der Turnverein bereits seit 1930 über eine Turnhalle.

Keine schnelle Umsetzung des Bauvorhabens
An eine rasche Verwirklichung des Wunsches ist indes nicht zu denken. In den 50er Jahren schnellen auch in Sontheim die Geburtszahlen nach oben. Zudem finden im Dorf nahezu 800 Flüchtlinge und Vertriebene eine neue Heimat. Werden 1939 noch 1.733 Einwohner gezählt, so verdoppelt sich die Zahl bis zur Mitte der 60er Jahre nahezu. Dringend muss zusätzlicher Wohnraum geschaffen werden. So entsteht ab Mitte der 50er Jahre jenseits der Bahnlinie ein völlig neues Wohngebiet. Und auch im alten Dorfkern tut sich etwas. Am 7. September 1957 wird hier das „Neue Schulhaus“ eingeweiht. Für den Bau einer Halle bleibt zunächst kein finanzieller Spielraum.
Erst zu Beginn der 60er Jahre kehrt die Turn- und Festhalle auf die kommunalpolitische Tagesordnung zurück. In „äußerst zähen und harten Verhandlungen“ kann bis zum Sommer 1963 in der Neustraße ein Bauplatz erworben werden. Der Hallenbau scheint in greifbare Nähe gerückt.

Gemeinderat beschließt: Erst die Halle, dann die Schule
Allerdings drängt im Verlaufe des Jahres 1963 das Schulamt in Heidenheim auf die Schaffung von zusätzlichen Klassenzimmern. Das Schulhaus platzt aus allen Nähten. Zudem will die Gemeinde eine Mittelschule einrichten. Vorgeschlagen wird, auf dem in der Neustraße erworbenen Gelände nicht nur eine Halle zu bauen, sondern auch ein zusätzliches Schulhaus. Für diesen Plan kann sich am 14. November 1963 auch der Gemeinderat erwärmen. Allerdings müssen Prioritäten gesetzt werden. Ein gleichzeitiger Bau von Halle und Schule ist finanziell nicht darstellbar. Allein für die Halle wird mit reinen Baukosten von 900.000 DM, für die Schule von weiteren 3 Millionen DM gerechnet. Nahezu einmütig gibt der Gemeinderat der Gemeindehalle den Vorrang.

Pläne des Architekten finden Anklang im Gemeinderat
Die Planung wird dem Sontheimer Architekten Walter Ferner übertragen. Am 6. Februar 1964 präsentiert er seinen Entwurf:
• Die Gemeindehalle soll im südöstlichen Teil des Bauplatzes stehen.
• Zudem sieht der Plan den Bau von zwei Schulgebäuden vor. In einem ersten Bauabschnitt sollen zunächst auf dem nordwestlichen Teil des Grundstücks acht Klassenzimmer und vier „Spezialräume“ entstehen. Der zweite Bauabschnitt des Schulhauses – im westlichen Teil an die 1956 stillgelegte bayerische Bahn angrenzend – sieht die Erstellung von sechs weiteren Klassenzimmern und einigen Fachräumen vor.
• Schließlich enthält der Entwurf an der Südseite des Grundstücks noch eine Schwimmhalle.
Während die Gesamtplanung im Gremium Zuspruch findet, wird um die Hallengröße heftig gestritten.

Mit 7:2 für die große Halle
In einer über dreistündigen „Mammutsitzung“ mit einer „äußerst lebhaften Diskussion“ geht es am 27. Februar 1964 im Gemeinderat „über die Mitternachtsstunde hinaus“ um die Frage, ob eine große Halle mit einer Fläche von 18 auf 33 Meter gebaut werden soll oder eine kleinere mit 12 mal 24 Meter den Zweck ebenso erfüllt. Beim Bau einer großen Halle stünden Gesamtkosten von 1,3 Millionen DM im Raum – immerhin 400.000 DM mehr, als noch im November des Vorjahres veranschlagt. Bürgermeister Eberhardt spricht sich dennoch für die große Variante aus. Man müsse davon ausgehen, „daß diese Versammlungshalle ja nicht nur für die nächsten 10 oder 20 Jahre gebaut werde, sondern doch wohl für einige Generationen.“ Letztlich entscheidet man sich in geheimer Abstimmung mit 7:2 Stimmen für eine große Halle.

Über 1000 Besucher beim ersten Gemeindeabend
Mit dem bis dahin größten Bauvorhaben in der Geschichte Sontheims wird im Juni 1964 begonnen. Am 2. Juli 1965 kann das Richtfest gefeiert werden. Die Einweihung der „Gemeindehalle“ – auf diesen Namen einigen sich die Ratsherren im Spätsommer 1966 ohne förmlichen Beschluss - erfolgt am 1. Oktober 1966 in einem Festakt. Bei dem sich anschließenden Gemeindeabend scheint halb Sontheim auf den Beinen zu sein. Mehr als 1000 Besucher strömen in die proppenvolle Halle. Vereine und Schule haben ein buntes Programm zusammengestellt. „Höhepunkt der tänzerischen Darbietungen“ ist nach Meinung des damaligen Berichterstatters der Heidenheimer Zeitung die Frauengymnastikabteilung des Fußballvereins, die einen flotten „Charleston“ auf das Parkett legt.

Ursprünglicher Kostenrahmen wird überschritten
Trotz des erklärten Sparwillens kann der ursprünglich angenommene Kostenrahmen für den Hallenbau nicht eingehalten werden. Die Endabrechnung schließt mit Gesamtkosten von knapp 1,6 Millionen DM ab. Zudem müssen neben der Gemeindehalle noch zwei weitere Bauprojekte finanziert werden. Nur eine Woche nach der Einweihung der Gemeindehalle wird am 8. Oktober 1966 das neue Feuerwehrhaus eingeweiht. Ihre neue Bleibe findet die Wehr im ehemaligen „Angela-Theater“. Überdies wird am 8. Dezember 1966 das aufgestockte „Neue Schulhaus“ seiner Bestimmung übergeben. Auf eine offizielle Einweihungsfeier wird verzichtet. Die Feierlaune der Gemeinde scheint am Jahresende genauso erschöpft zu sein wie der Gemeindesäckel.

Hans Nieß und Georg Wöhrle erinnern sich
Um die Gemeindehalle rankt sich manche Geschichte. Hans Nieß hat jedenfalls einiges zu erzählen. Er ist vom 1. Mai 1966 an Hausmeister in der Halle. Bereits am Tage der Einweihung sei es zu einem Malheur gekommen, als einer der Ehrengäste mit allzu großem Schwung den Parkplatz vor der Halle ansteuert und mit seinem Wagen erst tief in der frisch eingesäten Rasenfläche landet.
Als eine Herausforderung für den Hausmeister erweist sich zudem die Schuhmode der Damen. Wenn das Tanzbein zu flott geschwungen wird, drohen deren „High Heels“ doch tatsächlich den nigelnagelneuen Parkettboden zu ruinieren. Das Rathaus sieht sich jedenfalls gezwungen, „notwendige Maßnahmen“ zu ergreifen: „Die Benützungsordnung für unsere Gemeindehalle sieht deshalb vor, dass das Betreten der Halle mit Stiftabsätzen (sog. Pfennigabsätzen) nicht gestattet ist. Um jedoch der Schuhmode der Damen nach wie vor Rechnung zu tragen, wurden von der Gemeinde ‚Clips-Fußbodenschoner‘ in ausreichender Zahl beschafft. Sie werden sowohl bei der Einweihung der Halle als auch bei späteren Veranstaltungen jeweils an der Kasse abgegeben. Der Beschaffungspreis beträgt entsprechend den entstandenen Kosten DM 1,20 je Stück.“ Die Überwachung dieser Regelung ist Aufgabe des Hausmeisters, dem überdies eine ganz andere Sache fortwährend zu schaffen macht.
Schlichtweg „a Glomb“ sind für Hans Nieß nämlich die Münzapparate in den Duschräumen. Immer wieder muss er dorthin eilen, weil sich ein Geldstück verklemmt hat. Als besonders heikel erlebt er seine Mission, wenn es aus der Damendusche um Hilfe schreit und er zu „de naggade Weiber nei muas.“
Das Hausmeisteramt ist ein „Full-Time-Job“. Der Belegungsplan zeigt eine von Montag bis Freitag durch Schule und Vereine weitgehend „ausgebuchte“ Halle. Hinzu kommen zahlreiche Veranstaltungen an den Wochenenden. Viele Sontheimer Paare feiern hier ihre Hochzeit, um die 20 Termine seien das im Jahr gewiss gewesen, erinnert sich der Hausmeister.
Hier pflichtet Georg Wöhrle bei, der von 1986 bis 1992 Hausmeister der Gemeindehalle ist. Es stimme, die vielen Termine an den Wochenenden hätten auch ihm nicht immer gefallen, bekennt der Rentner. Aber es gebe auch schöne Erinnerungen. Da ist zum Beispiel jene Hochzeitsfeier, bei welcher der Bräutigam bis in die frühen Morgenstunden mit seinen Kumpeln in der Halle „verhockt“. Schließlich ruft seine besorgte Mutter den „Jörg“ an, er möge ihren Sohn dringend nach Hause schicken. Es sei höchste Zeit für das Weißwurstfrühstück, der Hof sitze bereits mit Gästen voll.

Gemeindehalle auch heute noch eine gute Adresse
Die kurz nach der Jahrtausendwende sanierte Gemeindehalle wird auch heute die Woche hindurch von Schule sowie Vereinen genutzt. Und an den Wochenenden herrscht immer wieder reger Betrieb. Die Bandbreite der Veranstaltungen ist groß: Ob es nun am Rosenmontag recht närrisch zugeht, die Sängereintracht zur Matinee einlädt, die Isartaler Hexen das untere Brenztal rocken, die Abschlussklassen der Schule verabschiedet werden, der Musikverein zum Wein- und Schlachtfest bittet, die Theatergemeinschaft die schwäbische Mundart pflegt oder die Interessengemeinschaft eine Modellbaubörse organisiert - die Sontheimer Gemeindehalle ist immer eine gute Adresse. Und wenn wie jüngst beim Konzert der Soft-Pop-Singers die Halle gleich an zwei Abenden bis auf den letzten Platz gefüllt ist, ist jeder froh, dass man sich Anfang der 60er Jahre für eine große Halle entschieden hat. Ja, es gab damals Stimmen, die da riefen: „Was brauchad dia a Sporthall‘, dia sollad erscht a maul ebbas schaffa!“ Zum Glück ist man ihnen nicht gefolgt.

Gedacht war die Halle Mitte der 60er Jahre als kulturelles und sportliches Zentrum der Gemeinde. Das ist sie bis heute geblieben. Gemeindehalle, Hermann-Eberhardt-Halle und das angrenzende Sportgelände bilden ein beeindruckendes Ensemble kommunaler Einrichtungen. Wenn dann noch beim Kinder- oder Straßenfest der Vorplatz zum Leben erwacht, darf man in Sontheim durchaus stolz auf das Erreichte sein.

Den vollständigen Bericht über die Sontheimer Gemeindehalle von Autor Rektor Rainer Schulz finden Sie hier: pdf50 Jahre Sontheimer Gemeindehalle